Onno´s Typ 3 wurde aus dem verlangen nach einem Luftgekühlten Antrieb von Nils angeschafft. Der Käfer war verkauft und irgendwie war ein neuer Lupo ja ganz schön, aber etwas mit Stil wäre ja auch ganz schön. Bei Mobile fand Nils die Anzeige rechts, der Wagen stand nicht weit weg, also besetzten wir an einem Wochenende besagten Lupo und preschten in Richtung Osten in die Nähe von Wolfsburg, sowieso ein bedeutender ort für Fahrzeuge aus dem Hause Volkswagen. Der Besitzer wurde nach der Ankunft kurz per Handy kontaktiert und mußte so die Installation einer neuen Lautsprecheranlage in der örtlichen Sporthalle für einige Augenblicke unterbrechen. Wir fuhren mit ihm zu seiner Halle und besichtigten den Wagen. Der erste Eindruck war genial, der Wagen machte einen neuwertigen Eindruck und begeisterte durch einen sehr guten Lack. Nach 15 Jahren Standzeit, konnte er überzeugen. Ein paar Bleche an den Schwellern hatte er und größere Durchrostungen waren nicht auszumachen. Wir zogen aber erstmal wieder ab.
Nils überlegte hin und her, meinen Segen gab ich dem Wagen und da das Konto die Kohle bereit hielt, waren finanzielle Einwände auch nicht angebracht. Das erste Gehalt soll man ja bekanntlich auf den Kopf hauen und dieser Wagen bot doch eine angemessene Art dies zu tun. Also suchte Nils ein Bank, ich eine Stelle zum Pissen und wir riefen erneut in der Sporthalle an um die Sache dingfest zu machen. Ein erneutes Treffen diesmal zu Hause beim Besitzer folgte. Er machte mit onno den Vertrag und zeigte uns noch seinen 64er Standart Käfer. Voller Glücksgefühle fuhren wir zurück und drehten noch eine Runde in Wolfsburg um das VW-Werk. Die Abholung besorgte Nils mit Pete am folgenden Wochenende. Der Wagen war nun bei uns und wurde ersteinmal in Wunstorf in einem Kornlager zwischengelagert. Wir führten alle Wartungsarbeiten durch, die man auf einem Hof mit einem Gabelstapler als Bühne machen kann. Erstmal alles ausbauen und sich alles anschauen. Rost kam dann doch zum vorscheinen.
Aber erstmal ging es darum, den Wagen zum Laufen zu bringen. Wir mokelten so vor uns hin. Irgendwie lief er dann aber doch nicht so recht. Besuch von Herrn Mielke in Begleitung von Dragan einem kroatischen Stock-Car Profi sollte aber Abhilfe schaffen. Dragan meinte nur kurz, "Benzinpumpe". In fünf Minuten war das Teil zerlegt und in weiteren fünf Minuten gesäubert mit Sandpapier leicht übergeschliffen und wieder zusammengebaut. Allen Anwesenden hing die Kinnlade runter, aber es war die entscheidende Reparatur.  Der Wagen lief jetzt schonmal grob. Beziehungsweise mit viel Startpilot. Allerdings war die Dosierung sehr schwierig und nachdem ich die Einspritzung der Startpilotdose auf voll gestellt hatte, gab es eine riesen Fehlzündung, meine Hand und der gesamte Motor brannten, aus dem Auspuff flogen drei Kilo rost und Nils bretterte mit Vollgas und brennendem Motor vom Hof. Ich löschte meine Hand, schmiss den Startpilot in die Ecke und lief mit einer Wasserflasche hinter Nils her. Der hatte gar nichts bemerkt und freute sich nur tierisch, das
seine Karre lief. Das er den Nachbrenner gezündet hatte, war ihm aber entgangen. Ein Bier bitte! Puls runterfahren und weiter. Irgendwie bekam der Motor immer noch keinen Sprit und brannte dann nochmal, aber aus Erfahrung wird man ja bekanntlich klug und als ich da so mit dem Startpilot in den Ansaugkrümmer sprühte hielt ich in der linken schonmal lieber gleich ein Flasche wasser bereit. Der Motor versuchte diesmal aber mich zu verarschen. Er sprang an und lief, seine Fehlzündung feuerte er aber erst ab als er außer Reichweite war, also wieder rennen. Diesmal war das Feuer aber auch größer und es kostete wieder Nerven. Wir wechselten dann irgendwann noch das Motorsteuergerät und zack lief der Bock. Der Rost wurde dann großzügig entfernt und die Karre kam zum schweißen zu Dragan. Als wir mal nach dem rechten sehen wollten, bekamen wir gleich einen Einblick in sein fahrerisches Können. Auf seinem Hof stand eine ganze Flotte von Stock-Cars und wurden nach allen Regeln der Kunst umgebaut. Dragan bestieg einen Polo und plügte mal
eben den gesamten Osterfeuerplatz incl. Osterfeuer selbst um. Seine Mutter drückte ihre Freude in einem riesigen kroatischem Gemecker aus. Dragan nahm es gelassen und parkte den Polo mit abgerissener Tür und einigen Drehungen um die eigene Achse sauber vor der Garage ein. Irgendwan hatte sein Rennteam dann alles fertig geschweißt und eine dezente Schicht Unterboden aufgetragen. Zu einer perfekten Überarbeitung brachten wir den Wagen dann noch zur Firma Kernbach, eine absolute Geheimadresse für Oldtimer. Nils polierte die Karre dann noch richtig auf und ging zum Straßenverkehrsamt. Zufällig hatte dort der Praktikant der Praktikantin Dienst und Nils konnte ihm glaubhaft erklären das seine Kennzeichenaussparungen so klein sind, das da nur ein 80er Kennzeichen reinpasst, natürlich als H-kennzeichen. Wenn man jetzt mal bedenkt das ein Typ 3 überhaupt keine geschweige denn eine zu kleine Kennzeichenaussparung hat, kann man sich den I.Q. des Sacharbeiters an einer Hand abzählen. Die erste größere Fahrt ging
Oldenburg zum Stoppelmarkt. Das größte Oldtimertreffen Deutschlands oder Europas fand da statt und es war wirklich eindrucksvoll. Eindrucksvoll waren auch Nils Fahrmanöver mit 15jahre platt gestandenen Reifen, er hinterließ auch beinahe einen bleibenden Eindruck in der Stoßstange eine Mercedes W109. Der Wagen ging dermaßen ab, das die Tachoskala nicht mehr die entsprechenden werte anzeigen konnte. Ohne Spass, dieser Typ 3 läuft über 160km/h mit dem Serienmotor. Allerdings muß man dann auch mal hin und wieder den Motor wechseln, da dieser Fahrzustand wohl doch nicht das non plus Ultra darstellt. Nils Würgte seinen Motor wohl doch zu sehr und dieser gab dann irgendwann 2004 auf. Ein neuer liegt bereit und weiß Gott sei dank noch nicht was ihm bald blühen wird. Ach ja, nebenbei sind noch 5,5" Felgen mit 195/50er Reifen dazugekommen. Damit muß der Motor jetzt wohl noch mehr drehen um die 160km/h zu schaffen. Also wenn Du mal einen Typ 3 auf der A7 im Rückspiegel hast der dich bei 160 links anblinkt, mach lieber Platz und lass Onno vorbei, den roten Baron im grünen Typ 3.